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Neurodermitis

          


Bei Patienten mit Neurodermitis liegt eine verminderte Aktivität des Enzyms delta-6 Desaturase vor. Dies ist ein Schlüsselenzym des Fettstoffwechsels zur Verlängerung von essentiellen Fettsäuren.
Im Körper wird aus der essentiellen omega-6 Fettsäure Linolsäure (18:2, omega-6) durch die delta-6 Desaturase die gamma-Linolensäure (18:3, omega-6), und durch Verlängerung schließlich die Dihomo-gamma-Linolensäure (20:3, omega-6) gebildet. Die Dihomo-gamma-Linolensäure ist das Ausgangprodukt der Eicosanoide der Serie 1, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und der Freisetzung der Arachidonsäure (20:4, omega-6), wie auch der Wirkung der aus der Arachidonsäure entstehenden Eicosanoiden der Serie 2 entgegenwirkt.

Abhängig von der vorhandenen Restaktivität des Enzyms delta-6 Desaturase kann durch eine gezielte Ernährung ein gewisser Ausgleich des Mangels erreicht werden.
Empfehlenswert sind daher Öle reich an Gamma-Linolensäure:

Nachtkerzenöl, Borretschöl, Schwarzes Johannisbeerkernöl ist lediglich als Nahrungsergänzung einsetztbar. Hanföl und Hanfsamen kann man in den normalen Küchenalltag einplanen. In geringerem Umfang enthält auch Hafer Gamma-Linolensäure.

Gleichzeitig bedeutet es eine Entlastung des Stoffwechsels, wenn die Lebensmittel gemieden werden, die relativ viel von der Fettsäure Arachidonsäure enthalten. Diese Fettsäure ist der Gegenspieler der Dihomo-gamma-Linolensäure. In jedem Fall sind die fettarmen Käseprodukte den fettreichen Sorten vorzuziehen. Dabei muss gleichzeitig ein Ausgleich durch die vermehrte Verwendung von hochwertigen pflanzlichen Ölen unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Nachtkerzenöl, Borretschöl oder schwarzem Johannisbeerkernöl geschaffen werden. Daneben aktiviert auch der Zucker und alle schnell verwertbaren Kohlenhydrate den Arachidonsäurestoffwechsel. Zudem sollte nicht zuletzt der Ballaststoffgehalt, wie der glykämische Index in die Entscheidung der Nahrungsmittelauswahl mit eingehen.

Um den entzündlichen und allergischen Prozessen innerhalb des Körpers keinen Vorschub zu leisten sind Nahrungsmittel, die eine relativ geringe allergene Wirkung zeigen zu bevorzugen. Gleichzeitig empfiehlt sich ein sehr vorsichtiger Umgang mit allen Nahrungsmitteln, die innerhalb einer allergenarmen Diät zu meiden sind. Wie bei allen Allergien ist eine individuelle Beratung zu der Ernährung und den Lebensgewohnheiten empfehlenswert. Erfolge belegen, dass innerhalb einer Therapie neben der Ernährung auch negative Faktoren wie beispielsweise Rauchen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Pollen und die sich daraus ergebenden Kreuzallergien, sowie das Vermeiden von frühzeitigem Abstillen, sofern dies noch möglich ist, anzusprechen sind. In regelmäßigen Abständen sind zudem die Überempfindlichkeitsreaktionen zu überprüfen.



last update 01/2012  eigene Veröffentlichungen   Stichwortverzeichnis VDOe zertifiziert Lebenslauf verwendete Literatur © Bettina Schwiegelshohn seit 2001